Zurück           Unterbringung           Lage         Geschichte        Sehenswürdigkeiten          Immobilienmarkt           Kontakte




DIE KAFFEE-HERSTELLUNG

Der Kaffee aus der Region um Xico hat lange Tradition und ist von überragender Qualität. Gehandelt wird der Kaffee als Coatepec-Kaffee oder Café Veracruz, denn die Kaffeegebiete liegen so dicht aneinander, dass es zu keinen Unterscheidungen kommt. Bekanntermassen gedeiht und reift der Xico-Kaffee unter grossen, alten Schattenbäumen im Ambiente einer Pflanzenvielfalt, untersetzt mit Bananenstauden. Der Schattenkaffee erfährt in der Regel eine natürliche Düngung,sodass seit alters her hier von einem organischen Kaffee gesprochen werden kann. Der Grossteil aller Kaffeeplantagen um Xico liegen auf mehr als 1200 Höhenmetern in einer regenreichen, gemässigten Zone, was der Kaffeebohne das klassische und besondere Aroma verleiht, das dem Höhen- und Schattenkaffee eigen ist. Vorherrschend ist die Kaffeepflanzenart “Arábigo” und die veracruzaner Züchtung “Garnica”. Zusätzlich existieren eine Vielzahl von Sorten, die man unter den Namen Caturra, Borbón, Oro Azteca, und andere, kennt. Die meisten Plantagen sind von einheimischen Kleinbauern in traditioneller Weise angelegt, nämlich alle drei mal drei Meter ein Kaffeebusch. Damit zieht die Kaffeepflanze ausreichend Stoffe aus dem natürlichen Humus, Laub der Bäume und faulendem Holz im Umfeld.

Bis der Kaffee in die Verbrauchertasse eingeschenkt werden kann, ist die aufwendige Herstellung meistens wenig im Bewusstsein. Wenn wir dann noch anspruchsvoll sind und eine ganz besondere Qualität bevorzugen, bedarf es während aller Prozessstufen der Verarbeitung viel Sorgfalt.

Schon beim Pflücken der ausgesucht roten reifen Kaffeekirsche beginnt die Qualität. Denn ist die Frucht nicht voll ausgereift, ergibt sich schon ein Qualitätsverlust. Alle Früchte müssen per Hand einzeln abgepflückt werden, denn die Kirschen werden an den Zweigen zu unterschiedlichen Zeiten reif. So kann das Pflücken auch nicht industrialisiert werden und bedarf immer vieler Hände. Die Pflücker gehen von Busch zu Busch mit ihren um den Gürtel gebundenen Tenates (Weidenkörbchen), deren Inhalt in grossen Säcken gesammelt wird. Am Abend werden die Säcke gewogen und der Pflücker erhält je Kilogramm seinen Pflückerlohn. Die Kaffeefrüchte werden am selben Abend entkernt, wobei man einen gelben Kern erhält, der leicht klebrig und schlüpfrig ist. Dieser Kaffee hat noch gar nichts mit unserer bekannten braunen Röstbohne zu tun.

Das Fruchtfleisch, also die rote, entkernte Kaffeekirsche, wird weggeschmissen bzw. man macht daraus Kompost. In der Erntezeit, in den Monaten zwischen Oktober und März, können Besucher Lkw-Ladungen von Kirschen am Rande der Kaffeeplantagen sehen, die den süsslichen Geruch der Fermentierung in die warme Luft dünsten. Unterdessen werden die Kerne gewaschen, um den Fruchthonig zu entfernen, und bleiben dann um die zwei Tage im Wasser liegen. Je Möglichkeiten des Kaffeeverarbeiters haben die Wassertanks die Grösse einer Badewanne bis hin zu Schwimmbadgrössen, um die Kaffeefermentation zu erleichtern.  

Der gute und schwere Kaffee bleibt unter Wasser liegen, doch schnell lösen sich die leichten, hohlen Kaffeebohnen und schwimmen an der Oberfläche, wo sie ausgelesen werden. Diesen Kaffee behält traditionell der Einheimische zum Eigenbedarf.

Nach dem Prozess des Waschens werden alle bis dahin gelb schimmernden Kaffeebohnen zum Trocknen an der Sonne ausgelegt. Auf grossen sauberen Flächen sollte der Kaffee mindestens fünf Sonnentage lang den Strahlen ausgesetzt sein, bis er ganz trocken ist. Danach heisst das Produkt Pergaminkaffee. Die grossen Kaffeeverarbeitungsanlagen (Beneficios) der Zone haben auch industrielle Trockner, die mit Gasheizung betrieben werden, doch wird ein bedeutender Teil der Kaffeeproduktion in Xico traditionell sonnengetrocknet, was zudem garantiert, dass es keine Geschmackseinbussen gibt.

Der Pergaminkaffee hat bekannte Merkmale, die uns an die Kaffeebohne erinnern, nur dass diese von einer gelblichen Strohhülle umgeben ist. Die Kaffeeproduzenten lagern den nicht zu verkaufenden Kaffee in dieser Form ein. In grossen Sisalsäcken zu 56 kg wird der Kaffee in gut durchlüfteten, trockenen Orten zwischengelagert. Um Qualitätsverluste zu vermeiden, wird der Pergaminkaffee vor Ablauf von zwölf Monaten abgestossen.


Als nächste Verarbeitungsstufe muss die strohhalmartige Hülle entfernt werden und kommt dazu in eine Dreschmaschine, die rotativ die trockene Schale abspreuselt. Früher hat man das mit grossen Holzmörsern in stundenlanger Handarbeit vollzogen, doch heute werden dafür überall Maschinen eingesetzt. Auch hier wird häufig das Abfallprodukt Stroh zur Kompostierung verwendet. Was übrig bleibt, heisst nun Goldkaffee. Es handelt sich um eine grünlich-blau schimmernde Bohne, die man nun rösten und zu Geld machen kann.

 Doch den Goldkaffee können wir immer noch nicht an den Tisch bringen. Die vielen, von der Natur unterschiedlichen Bohnen, werden nach Grösse sortiert, soweit es die uns bekannten harmonischen Bohnen mit dem goldenen Schnitt sind. Bruchbohnen, Böllerchen und vielleicht von Insekten beschädigte Teile, werden abgesondert. Die Grösse hat eigentlich keine Auswirkung auf den Geschmack des Kaffees, sie garantieret jedoch ein homogenes rösten. Der erlesene Kaffee wird nun zur Rösterei gebracht, wo je nach Auftrag des Kunden die Bohne leicht bis tief dunkel geröstet wird.

Weltmarken rösten ihren Kaffee selbst und mischen nach ihrem Hausrezept verschiedene Bohnen der Welt zusammen. Im Labor gemessene Werte garantieren so dem Verbraucher Geschmack, Tinktur und Säure des Kaffees.

 

Im Herstellungsland wird der Kaffee recht schnell gemahlen, je nach Verwendungszweck grob bis ganz fein für die Kaffeemaschine zuhause. Auch hier ist die Aromaentwicklung dann vom Wasser und der Wassermenge abhängig und wie der Verbraucher letztendlich den Kaffee zubereitet. Der Kaffeebauer selbst ist gewöhnt, den grob gestossenen Kaffee mit Zucker in einem Bottich voll Wasser aufzukochen. Manchmal werden sogar Bananen, Malz aus Zuckerrohr und Gewürze (z.B. Zimt, Nelken, Kardamom)mitgekocht. Ein Unding übrigens für Kaffee-Experten.

Für ein Kilogramm Bohnenkaffee benötigt man 6.6 kg Kaffee-Kirschen und sollte für bis zu 120 Tassen nicht zu starken Kaffees reichen. Der Kaffeebauer in Xico muss die Kaffeestauden einmal im Jahr nachschneiden und viermal im Jahr jähten. Dabei werden die Zäune repariert, düngt nach, setzt neue Nachwuchspflanzen und hat viellerlei andere Beschäftigungen auf der Kaffeeplantage. Der Verdienst ist äusserst schmal für all den riesigen Aufwand, was dazu führt, dass jährlich die Anbauflächen schrumpfen und anderen Aktivitäten Platz machen.  

Schimpfen Sie deshalb nicht zu sehr auf den Kaffeepreis. Denken Sie an den Aufwand. Leider ist auch die Abwanderung der Pflücker eine Sorge der Kaffee-Zone. Viele Arbeiter suchen bessere Einkünfte in den USA, wo sie ilegal weiterhin unterkommen, oft als Saisonarbeiter. Xico möchten trotzdem noch lange Jahre diesen hervorragenden Schattenkaffee an Sie weiterreichen.

Ein junges Kaffeepflänzchen zieht der Kaffeebauer aus der Bohne. Dazu sucht man eine Mutterpflanze, also einen besonders trächtigen Busch. Eigentlich ist der Kaffee ja ein Baum, der aber durch ständiges Nachschneiden zur Staude wird, sollte es sich nicht um eine gezüchtete Art handeln, die gar nicht mehr gross wächst. An der Mutterpflanze sucht man die mittlere Höhe, dort einen gut ausgewachsenen Zweig und nimmt eine gesunde grosse Kaffeebohne an der Mitte des Zweiges ab. In einem mit besonders leichter Erde und natürlichem Humus vorbereitetem Beet werden die Kirschen als Samen leicht unter der Oberfläche eingesetzt. Die aufgehenden Pflänzchen heissen in Xico im Volksmund „Soldätchen“ wegen ihres Aussehens. Sobald die Pflanze hochschiesst entwickeln sich zwei feste Blätter, das Kreuz genannt. Nun erkennt man die gesunden Pflanzen und nach dem zweiten Kreuz ist der neue Kaffee fertig zum Versetzen in schwarze Tüten, wo sich die Pflanze weiterentwickelt, besonders die Zentralwurzel. Beim jeweiligen Versetzen ist immer auf die Wurzel zu achten, die wie ein Nagel nach unten stehen muss. So kommt die Pflanze letztendlich in die Erde, an die Stelle der Kaffee-Finca, die für sie ausgesucht wurde. Bei falscher Behandlung entwickelt sich die Pflanze zunächst normal, aber nach Jahren stellt man fest, dass der Busch nichts trägt.

Der arabische Kaffeebaum kann viele Jahrzehnte alt werden. Eine alte Methode war, die hochwachsenden Zweige des Kaffeebusches mit einem Draht und Stein abzubiegen, um das Hochwachsen zu vermeiden. Neue Züchtungen haben versucht, die Kaffeepflanze resistenter zu machen, sie als Busch zu entwickeln oder zum Tragen vieler Kilos zu veranlassen. Letztendlich sind die meisten Kaffeebauern in Xico beim ursprünglichen Café Arabigo geblieben. Aus all den Plantagen um Xico ragen grosse alte Schattenbäume, die der Gegend einen besonderen Reiz verleiht. Die Kaffeeplantagen bieten zusätzlich Bananenstauden und Obstbäumen eine  Herberge. So gehören hier Orangen, Zitronen, Limas, Mandarinen, aber auch Avocados, Makadamias, Papayas, Guaven und  Aprikosen in die Landschaft. Die Unmenge an exotischen Früchten, z.B. schwarzer Zapote, Mamey, Chirimoya und Pflanzen, Blumen und Bromelien kann an dieser Stelle gar nicht genannt werden.  

Der Xico-Kaffee in seiner nicht mit anderen Sorten aufgemischten Form hat relativ wenig Säuregehalt, ist von leichter Tintur und einem intensiv charakteristischen Aroma, der dem Hochland- und Schattenkaffee eigen ist.


Es ist eines der weltbesten Kaffees der Klasse Coatepec-Café.


weiter nächste Seite

nach oben ↑


Hotel Hacienda Xico Inn
www.xico.com.mx
Tel. 01 (228) 813.18.31